Saitenwahl oder: Friedels Schniedel

(Ein vollkommen unnötiges Abfallprodukt ursprünglich sinnvoller Gedanken, entstanden während der Arbeit an einem durchaus fälligen TV-Piloten. Angeregt durch die im Facebook-Profil hinzu gefügte Aktivität „Gitarre spielen“ des Kollegen Vennebusch.)

Friedel fiel fideles Fiedelspiel
mit Schniedel
gar nicht schwer,
was vielen Frauen viel gefiel.
Und Friedel
gab sich her.
So hatte Friedel oftmals Spaß
wenn er unter Frauen saß.

Bis, an jenem Tage
bei einem Fiedelspielgelage,
die Claudia die Dias sah.
Die Dias, die die Claudi nah
und auf dem Friedel zeigten
wie sie beide geigten
und wild sich unter Friedels Schniedelbogen
die Saiten von der Fiedel zogen.

Nach Foto vierzehn oder so
da endete die Diashow
und Claudia sprach Friedel an
„Wag dich mal an was Neues ran.
Du bringst mit deinem tollen Dingen
auch andere Saiten noch zum klingen.“

Ermutigt übte Friedel los
und spielte schon bald virtuos
den Bass

Dann Banjo, Harfe, Clavichord
verlor dabei am Urlaubsort
den Pass.

Kein Drama,
meinte Friedel nur
und übte weiter stur
Baglama.

Ob Lyra, Trumscheit, Mandoline
Sithar oder Saxofon
Flöte, Tuba, Drum-Maschine
Friedels Schniedel traf den Ton.

Er spielte Country, Salsa, Jitterbug
man hörte ihn auch Jazzen.
Mit jedem Ton, den Friedels Schniedel schlug
schwoll Blut in den Gefäßen.

Er spielte „Fire“
auf der Leier,
Gary Glitter
auf der Zither,
„A dog named Boo“
auf dem Kazoo,
Und:
Mit China-Gong
den Nena-Song
vom Luftballon.

„Die da“ von Fanta Vier?
Ganz klar, auf dem Klavier.
„Mademoiselle Ninette“?
Natürlich Klarinette.
Die „Rhapsody in blue“?
Logo, Didgeridoo

Und im Frühling unter Latschenkiefern
konnt er „Cello“ auf der Bratsche liefern.

Nicht lachen,
erstmal selber machen.
Denn
er spielte auch dies schwere Lied,
das weltbekannt,
mit seinem Glied.
Nicht mit der Hand.

Und oft konnt´ er es hinterher
auch noch in manchem Becken
metertief verstecken
Das war schon richtig schwer.

Die Frauen fanden´s toll.
Sie freuten sich wenn Friedels Teil
die Saiten zupfte, wurden geil.
Selbst bei den Songs in Moll.

Den Herren war hingegen
nicht am Hochgenuss gelegen.
Sie fanden´s, anders rum,
recht dumm.
Und gelber Neid
machte sich breit.
Wenn Friedel auf ner Party jammte
und jede Frau sich dort enthemmte.

Doch lange hielt der Fun nicht an.
Denn Friedel war ja auch nur Mann
und so wie Männer nun mal sind
zu sieben Fünftel halt noch Kind.
Und Kinder, wenn sie Kinder bleiben,
neigen gern zum Übertreiben.

Er wollte erstmals Laute spielen
für vierzehn Frau´n, die ihm gefielen.
Da
verhedderte
und schredderte
der Friedel,
wie halt Friedel sind,
beim Liedel
den Schniedel,
im Saiten-Labyrinth.

Vor allem bei den schnellen Stellen,
ab Sechzehntel-Triolen.
Da musste man mit grellen, hellen
Rufen dann den Notarzt holen.

Und die Moral von der Geschicht
ich sag sie nicht.
Ich denk sie bloß
Auf „Los!“ geht´s los:
Beende stets ein schnelles Lied beizeiten
spielst Du mit Glied auf neuen Saiten.
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