Wigalds Tagebuch

Ich glaub, es geht schon wieder los!

Lockdown im Berchtesgadener Land. Da war ich noch nicht so oft, das erste Mal Anfang des Jahrtausends für ein Fernsehfilmchen, einen Zuspieler („Bravo TV“), der in einem Ruderboot auf dem Königssee gedreht wurde. Enie van de Meiglockjes und ich trugen bayerische Tracht, ich blies in eine Trompete, und inhaltlich ging es um das dortige berühmte Echo. Es war das erste Jahr, in dem ich dem Laufsport verfallen war und inspizierte am Rande der Dreharbeiten de Untersberg, weil ich gelesen hatte, dass es einen Marathon „Rund um den Untersberg“ gab (an dem ich allerdings nie teilgenommen habe). Ist natürlich eine tolle Gegend, und immer wenn ich Enie treffe, denke ich an uns in Dirndl und Lederhose, bestens von allen Infektionsherden abgeschirmt auf einem Ruderboot. Wobei Trompetenaerosole nicht unproblematisch sein dürften, wenngleich weniger schlimm als Jodeln. Zahlreiche Infektionen gehen in der Schweiz auf das Konto einer einzigen Jodelveranstaltung im Kanton Schwyz, bei dem die Zuschauer zwar alle Abstände einhielten, die Jodler jedoch dicht gedrängt auf der Bühne standen. Epidemiologe Christian Althaus zur Sonntagszeitung: „Jodeln ist in der Pandemie das allerletzte“.

Ischgl, Schwyz, Königssee – zwischen hohen Bergen scheint das Virus sich wohl zu fühlen. Es hat keine Höhenangst, und steile Wände verhindern den Luftaustausch. „Mountain Wilderness“ kommt mir in den Sinn, Reinhold Messners Konzept für eine Bergwelt, in der für den Menschen nur der Platz des staunenden Besuchers vorgesehen ist. Verschwörungstheoretiker, aufgemerkt! Handelt es sich um einen Virus der Flachland-Eliten? Ein weites Feld tut sich da auf, buchstäblich.

In Neuseeländischen Auckland treffen sich derweil 50.000 Rugby-Fans zum Nationalspiel gegen Australien. Corona scheint downunder niedergerungen, aber man eignet sich ja in diesen Monaten eine gewisse Vorsicht an.

Twitter-Top-Thema: Eine junge, vornamentlich genannte Frau sagte im ZDF-Strasseninterview, dass sie seit März auf Feiern verzichte und diese vermisse. „First World Problems“ der Jugend von heute, tsts – so der Tenor der Sittenwächter. Naja; in Gambia habe ich gelernt, dass man in armen Ländern auch feiert, und zwar mit breiterem Grinsen als hier. Im übrigen sind die unersättlichsten Feierbiester, die ich kenne, alle über 70.

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3 Antworten

  1. Sach mal, gibt’s in Köln auch Pilze zum Suchen? Und hast Du evtl. die Tracht gegen ein Froschkostüm getauscht? 😀

  2. Au ja, dieses Trachtenfoto sähe ich auch zu gern real🤗
    Die dortigen Berge habe ich in frühester Kindheit allzuoft real genossen bis ich sie soooooo leid war, gefühlt JEDE Ferien dort verbracht, meine Omi lebte bei BadReichenhall.
    In der endlich selbstbestimmten StudiFreizeit war dann erst mal jahrelang nullWandern und Toscana am Meer angesagt, bis mit dem Alter die Weisheit Oberhand gewann, wie schön es in den Hügeln und Wäldern ist 💡
    Gestern der Bericht über Ausgangssperren in BGL hat mich doch kurz schlucken lassen, was, wenn das hier auch kommt?
    Feierbiester über 70 mag es geben aber ich fürchte, die Einsicht fehlt vor allem der Jugend. Mir geht aus unerfindlichem Grund seit gestern ein Ohrwurm nicht mehr aus dem Kopp:
    „It‘s my life, it‘s now or never, i ain‘t gonna live forever…“
    Als ob es kein 2021 gäbe 😕

  3. Moin Wigald ☺️

    Jetzt hab ich wieder Kopfkino 😂 bayerische Tracht und Trompete 😂

    Wünsche dir und Teresa noch einen schönen Tag 💐

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