Wigalds Tagebuch

Grünkohl to go

Das Wunder von Madrid. Keiner weiß, warum die Zahlen dort stark rückläufig sind; es könnte mit dem vermehrten Einsatz von Antigentests zusammenhängen. Dabei haben die Kneipen in der spanischen Hauptstadt geöffnet. Das geht doch alles durcheinander, keiner blickt mehr durch, und dabei will das einfache Gemüt, dass „streng gleich gut“ gilt, ähnlich wie bei sportlichem Training. 58% aller Deutschen wünschen sich denn auch Söder als Kanzlerkandidaten, wahrscheinlich wegen seiner enorm erfolgreichen Pandemie-Bekämpfung im Freistaat: Bayern ist bekanntlich so gut wie coronafrei.

Beim Abendbrot geht’s um neue Bekämpfungsansätze, und Teresa schlägt vor, das aerosolträchtige Sprechen einzustellen. Wo immer möglich: Klappe zu! Die „Stay Home“-Geste sollte durch den Schweigefuchs ersetzt werden. Ich wende ein, dass derjenige, der die Kontaktbeschränkungen beflissen umsetzt, sowieso keine Gesprächspartner hat und höchstens Selbstgespräche führt. Aber auch mir gefällt die Vorstellung einer Kanzlerin, die bei der Bundespressekonferenz einfach still bleibt – sie hat ja Vorbildfunktion.

In Oldenburg finden keine Kohlfahrten statt, klar, aber dafür wird am Markt Grünkohl to go angeboten, in einer Papptüte mit Papas Arrugadas. Die Idee überzeugt spontan, und ich kann mir mühelos ausmalen, dass die Fastfood-Innovation die Pandemie überleben wird.

Generell ist meine Heimatstadt jedoch nur bedingt coronatauglich. „Was machen wir heute?“ – „Wir gehen in die Stadt. Heute mal nicht links- sondern rechtsherum“. Zurück am Osternburger Kanal entlang. Nicht hin, wie gestern.

Oldenburg ohne Staatstheater ist ein ödes, keines Besuches würdiges Wüstenkaff.

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4 Antworten

  1. Hallo Wigald und die, die dies lesen,
    Grünkohl mit Pinkel MMM, Lecker, wenn er ordentlich zubereitet ist. Ich habe auch schon Kohlfahrten mitgemacht…da hatte jeder ein Schnapsgläschen um den Hals. Und alle Nase lang würde eingeschenkt. Du lieber Himmel, da musste man durchhalten.
    Ich stelle mir die schrumpligen Papas arrugadas durchaus als passend vor.
    Es wird sowieso einiges coronaerprobtes bleiben. Manches wird für Geschäfte nicht gut sein.

  2. Moin Wigald ☺️

    Vielleicht besteht der Hauptslogan- in Spanien befindet sich ja auch der Ballermann- einfach aus mehr Bier und oder Eimersaufen. Alkohol killt bekanntlich alle Viren und Bakterien, weil desinfizieren. Und in Bayern steht Weissbier bekanntlich schon zum Frühstück auf dem Tisch. Ebenfalls ist man in Bayern und Spanien schon hinreichend trainiert- Eimersaufen und ein Maaß mit einem Zug wegzuschlucken ist für einen waschechten Bayern bekanntlich ein Klacks. Damit würde sich alles erklären.
    Zum Grünkohl kann ich leider nichts sagen. Habe ich das letzte Mal vor Urzeiten gegessen, weil ich leider immer furchtbare Bauchschmerzen davon bekomme. Ich vertrag ihn offenbar nicht.
    Bei mir wird’s heut was schnelles geben, leider plagt mich seit gestern wieder eine Fette Mittelohrentzündung und meinen Jungen hat’s auch erwischt.

    Wünsche dir und Teresa einen schönen Tag 💐

  3. Papas Arugadas mußte ich erst nachschlagen, war halt noch nie auf … ooooops – nicht Malle sondern Teneriffa€Co😳 Soooo kann ich nie zum Hauch.
    Jahrzehnte Urlaub Vor&Nachsaisonal Moppedtouren BayrischerWald oder MeckPomm oder so hinterlassen Spuren, einerseits „Bildungslücken“ gegenüber den klassischen deutschen Touristen, andererseits aber möchte ich die Erinnerungen an schöne Landschaften und Dampfbier oder Lübzer auch nicht missen!
    Grünkohl war noch nie mein Ding, obwohl ich sehr gerne Kohl und Gemüse in allen Varianten mache, erst gestern gab’s eine leckere Tortilla. Aber der klassische grüne war mir meist zu herb grantig bitter. Im Garten hab ich Palmkohl, der ist milder. Und Spitzkohl mit Pü und Kringelbratwurst vom guten Metzger gibt’s alle paar Wochen🤗
    Genug Kulinarik, bleibt gesund!

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