Wigalds Tagebuch

AHA-L, H-ALAL, A-NAL

Als ich gestern bei Facebook auf meinen vollendeten Umzug hinwies, erreichten mich u.a. Wünsche nach einer größeren Schrifttype, nach stärkeren Kontrasten bzw hellerem Hintergrundpapier. Zu letzterem ist zu sagen, dass Jürgilein und ich in unserem Internet auf Recycling-Papier setzen und uns die Mittel fehlen, die braunen Lappen durch holzfreie Bütten zu ersetzen.

Teresa empfiehlt sowieso, dass ich für mein Tagebuch Geld verlangen sollte, etwa durch eine Paypal-Paywall oder einen digitalen Klingelbeutel oder Werbung. Allerdings ist mir das Thema lästig; ich behaupte dann kurz angebunden, dass es in der wahren Wirklichkeit gar keine Internet-Millionäre gebe und ich überdies um meine geistige Unabhängigkeit fürchte, wenn ich Reklamebanner als Untermieter anwerbe. Wenn ich mir die beworbenen Produkte aussuchen dürfte, sähe die Sache anders aus. Krupp-Atlas-Lenkwaffen-Systeme! Ado-Gardinen (die mit der Goldkante)! Asbach Uralt („Wenn einem so viel gutes widerfährt…“) – das würde mir gefallen. Und würde evtl auch jenen gefallen, die eine größere Schrift bestellen. Als die Doofen erstmals nicht als Vorgruppe von Bon Jovi auftraten, sondern alleine, stellten wir verwundert fest, dass unsere Fans oftmals unter 10 Jahre alt waren – mich dünkt heute, mein Tagebuch wird häufiger von Senioren gelesen als ich dachte. Wohlan, Ihr Muttchens und Grumpy Old Men, ich wohne hier in einem Doppelhaus, und Ihr, wir Lebenserfahrenen wissen, wie’s im Doppelhaus ist: Ein neuer Fassadenanstrich will gut besprochen werden; alleine vergrößere ich hier gar nichts.

AHA wird um L ergänzt, also ums Lüften. Würdet Ihr Eure Leben von vornherein draußen absolvieren, bräuchtet Ihr nicht zu lüften. Gilt vor allem auch in Schulen – kapiere ich nicht, warum die Leute in ihren muffigen Buden bleiben. Waldkindergarten ist doch auch ein gängiges Konzept. Wo bleibt das Waldabitur, Ihr Stubenhocker?
Wäre ich Werber, würde ich übrigens AHAL auf jedem 10. Plakat durch HALAL bzw ANAL ergänzen, um erneut Aufmerksamkeit für das Thema zu generieren, womöglich getarnt als Druckfehler.

Ein Kollege geht mehrmals wöchentlich zum Corona-Test. Das gäbe ihm Sicherheit, verrät er, wenigstens für einige Tage. Familie hat er keine, Auftritte wenige. Wäre ich alleinstehend und arbeitslos, könnte ich mich evtl auch für häufigere Tests begeistern, und mir schwebt ein Stammtisch-artiger Treff Gleichgesinnter vor, die günstigen Kaffee in Plastikbechern konsumieren und sich Anekdoten & Kritiken von verschiedenen Test-Locations erzählen, auch jenen, die mittlerweile geschlossen sind. Aber wahrscheinlich ist meine Phantasie kalter Kaffee, schon allein deshalb, weil es Heißgetränke an Teststationen gar nicht gibt.

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12 Antworten

  1. **freu**
    Wie schön, meinen Kaffee am Morgen wieder mit Deinen Zeilen genießen zu können…. 🙏

    Und ich gebe Teresa Recht:
    Es spricht nichts gegen eine bezahlte Version. Keine Ahnung, ob das als Einnahme aufgeführt und versteuert werden müsste und ob es mit viel Aufwand zu verbuchen wäre, aber das kann man leicht herausfinden (recherchiere ich gerne für Dich).

    Ich habe schon öfter Journalisten mit einem unregelmäßigen imaginären „Kaffee“ oder „Essen“ unterstützt, wenn mir ihre Beiträge gefallen haben und hatte so das Gefühl, etwas zurück geben zu können.

    Und da ihr beide ja immerhin morgens mit mir zusammen meinen Kaffee trinkt, finde ich es nur fair, wenn ich euch ab und zu oder auch regelmäßig dazu einlade und wir ihn somit gemeinsam trinken – wenn auch nur in meiner Phantasie…..✨😅

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